Einführung - Internationale
Überweisungen von Japan aus - Krankenversicherung
in Japan
Vermögensplanung
I - II - III
- Steueroase Japan
Das Leben ist kurz - warum sparen? Drei Gründe und drei Strategien
von Sylvia C. Löhken, DAAD-Büro Tokyo
Zum Thema Vermögensplanung will die Finanz-AG in regelmäßigen Abständen Artikel publizieren,
in denen verschiedene Anlagemöglichkeiten vorgestellt und verglichen werden.
Geld kann man nie genug haben, und entsprechend bleibt meistens auch nicht viel zum Sparen übrig, wenn man
nicht konsequent regelmäßig etwas zur Seite legt. Hier sind drei gute Gründe, die dafür sprechen,
systematisch zu sparen - zusammen mit einigen grundsätzlichen Strategien für ein vernünftiges 'Parken'
der angesammelten Beträge. Diese Strategien beziehen sich auf eine Geldanlage in Deutschland.
1. Grund (kurzfristige Planung): Einen Notgroschen für schwarze Tage haben
Eine Rücklage für alle Fälle ist beruhigend, auch wenn man sie nicht braucht, weil immer nur
andere von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Naturkatastophen heimgesucht werden. Natürlich können wir
uns umfassend über Sozial-, Haftpflicht-, Unfall-, Hausrats-, Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen
finanziell schützen. Das ist aber erstens teuer, bringt zweitens (außer bestimmten Lebensversicherungen)
keine Erträge und garantiert drittens nicht, daß der Fernseher oder das Auto es noch zehn Jahre tun.
Die Strategie: Ein alter Richtwert besagt, daß ein Notgroschen aus ungefähr
drei Monatsgehältern (netto) bestehen sollte. Die Summe, die man gern im Rücken haben möchte, hängt
aber stark von der eigenen Situation ab (Kinderzahl, Immobilienbesitz, Arbeitsplatzrisiko...). Der Notgroschen
hat es an sich, daß man im Fall des Falles schnell an ihn herankommen muß. Wo man ihn parkt, hängt
zum einen von der Summe ab, zum anderen auch von persönlichen Vorlieben. Bis zu etwa 10.000 DM kann man auf
dem guten, alten Sparbuch* lassen, das zwar jämmerlich wenig Zinsen bringt, aber dafür das Geld ständig
zur Verfügung hält:
3.000 DM können pro Kalendermonat (also z.B. auch am 31. März und sofort wieder am 1. April) ohne vorherige
Kündigung von einem Sparkonto abgehoben werden. Zusätzliche Beträge müssen eigentlich 90 Tage
vor dem Abheben gekündigt werden, aber wenn man eine geringe Summe sogenannter Vorschußzinsen zahlt
(zur Zeit rund 0,5 % für die ungekündigte Zeit, also maximal für 90 Tage), dann kommt man auch an
höhere Beträge sofort heran. Einen Notgroschen, der über 10.000 DM hinausgeht, kann man lukrativer
auf Festgeldkonten* oder in Geldmarktfonds* anlegen. Auch bei diesen Anlageformen kommt man bei Bedarf schnell
an die Rücklage heran und muß keine Verluste befürchten.
2. Grund (mittelfristige Planung): Sich über Chancen und Unverhofftes freuen können
Endlich die ideale Wohnung gefunden? Nachwuchs sagt sich an? Bei Ihrem Antiquitätenhändler steht die
Biedermeierkommode (oder der Tansu) Ihrer Träume? Ein wenig Geld im Rücken ist unkomplizierter und billiger
als Kredite - und erspart Ihnen außerdem finanzielle Einschnitte in anderen Lebensbereichen.
Die Strategie: Beträge, die über den Notgroschen hinausgehen, die aber
trotzdem relativ schnell verfügbar sein sollen, können in diversen festverzinslichen Wertpapieren* bessere
Erträge bringen als auf dem Sparbuch* - wenn man schon Geld zur Verfügung hat und nicht erst eine höhere
Summe zusammensparen muss. In diesem Fall kann man auf dem Sparbuch* oder auf einem Geldmarktfondkonto* Sparraten
ansammeln und das Geld später umschichten. Eine Alternative: Regelmäßig kleinere Bundesschatzbriefe*
kaufen, die schon ab 100 DM zu haben sind.
3. Grund (langfristige Planung): Nicht auf falsche Versprechungen hereinfallen
Viele von uns sind rentenversichert. Leider garantieren unsere Beiträge aber weder in Deutschland noch
in Japan, daß wir im Alter auch unser Auskommen haben: Das Geld, das wir heute in die Rentenkassen einzahlen,
wird für die jetzigen Ruheständler ausgegeben, und was wir einmal bekommen, hängt von zukünftigen
Generationen ab, die bereit sind, unsere Rente über ihre Beiträge zu finanzieren. Der Haken: In Deutschland
kommen heute einhundert Beitragszahlende für 36 Rentner auf. Schon im Jahre 2010 versorgen einhundert Beitragszahlende
62 Rentner, im Jahre 2040 gar 70 Rentner. In Japan sieht es eher noch schlechter aus. Deshalb kann das momentane
Rentenniveau mit Sicherheit nicht gehalten werden, und wer auch mit siebzig einen vernünftigen Lebensstandard
haben will, nimmt die Vorsorge dafür besser zumindest zum Teil in die eigenen Hände, anstatt sich auf
eine staatliche Versorgung zu verlassen.
Einige Vorsichtige denken bei langfristigen Finanzplanungen auch an die Ausbildung ihrer Kinder: Nichts garantiert,
dass die Ausbildung in Deutschland weiter gratis bleiben wird (Studiengebühren!), und viele aus unserer Generation
waren auch ansonsten lange von den Eltern abhängig, so dass wir schon wissen, wie teuer Kinder sind. Ein dritter
Grund für längerfristige Sparpläne ist die Absicht, einmal ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen.
Die Strategie: Gelder, die langfristig (also mindestens 6-8 Jahre) angelegt werden,
müssen nicht immer verfügbar sein, so dass ein vorübergehendes Sinken des (Kurs-)Wertes nicht weiter
beunruhigend ist. Deshalb bieten sich neben festverzinslichen Wertpapieren* und Rentenfonds* auch Anlagen in Aktien*
und Aktienfonds* an, wenn wir mit dem Ersparten ordentliche Erträge gewinnen wollen. Zum Vergleich: In den
zehn Jahren zwischen 1980 und 1990 wurden aus 10.000 DM in deutschen Aktien* durchschnittlich 32.950 DM. Der gleiche
Betrag brachte im gleichen Zeitraum auf dem Sparbuch* 13.439 DM (bei einem Zinssatz von 3 %). Allein der laufende
Geldwertverlust (Inflationsrate) knabbert das, was auf der hohen Kante liegt, laufend an: Unser Betrag von 10.000
DM schmolz, wenn er 1973 in Deutschland angelegt wurde, in 25 Jahren - also bis 1998 - auf einen Wert ('Kaufkraft')
von 5536,80 DM zusammen.
Fazit:
Wer all seine mühsam ersparten Taler ausschließlich auf einem Sparkonto* verwahrt, verliert ständig
Geld, denn die mageren Sparzinsen decken in aller Regel nicht einmal die Geldwertverluste ab.
(Fortsetzung folgt!)
* Alle mit Stern markierten Anlageformen werden in künftigen Beiträgen genauer erläutert.
Das 'magische Dreieck'
von Sylvia C. Löhken, DAAD-Büro Tokyo
John D. Rockefeller - einer, der sich mit unserem Thema gut auskannte - tat den berühmten Ausspruch "Wer gut schlafen will, kauft Anleihen, wer gut essen will, kauft Aktien." Mit anderen Worten: Papiere, die regelmäßige Einkünfte garantieren, sind für den vorsichtigen Anleger, während risikofreudigere Investoren, die Aktien* kaufen, mit dem eingesetzten Geld mehr verdienen können. Damit haben wir zwei der frei klassischen Anlageziele schon vor uns: Sicherheit und Rendite. Das dritte Ziel, Liquidität, umschreibt man, um in Rockefellers Bild zu bleiben, am besten mit "gut reisen": Eine sehr liquide Geldanlage kann man sofort und ohne Verluste in Bargeld verwandeln, wenn es nötig sein sollte.
Zwischen diesen drei Größen bewegen sich innerhalb eines 'magischen Dreiecks' alle Anlagemöglichkeiten:

Die Rendite ist der tatsächliche Gewinn, den man mit seinem Geld erzielt. Man berechnet sie aus den Dividenden, Kurs-, Währungs- oder Zinsgewinnen, die eine Anlage einbringt. Depotkosten, Kauf- und Verkaufsgebühren mindern diese Erträge. Ein weiterer wichtiger Minusposten sind die Steuern: Je nach persönlicher Situation und Steuersatz kann ein runder Zinsertrag plötzlich ganz kläglich ausehen. Die Höhe der Rendite ist der entscheidende Faktor, wenn man sein Geld ordentlich für sich arbeiten lassen möchte.
Der Haken: Anlageformen mit attraktiver Rendite sind entweder mit einem höheren Risiko verbunden, oder man kommt für eine beachtliche Zeit auf sein Geld nicht heran und verzichtet somit auf Liquidität.
Beispiele für potentiell (!) rentable Anlagen: Aktien*, Fremdwährungsanleihen*, Optionen*
Die Sicherheit einer Geldanlage hängt - natürlich - mit den Risiken zusammen, die man eingeht: Kann der Kurs stark fallen? Ist die Rückzahlung der eingesetzten Summe wahrscheinlich? Können Währungsschwankungen den Gewinn zunichte machen? - Das Risiko kann sogar innerhalb ein und derselben Anlageform variieren: Die Aktie* eines deutschen Kreditinstituts ist wahrscheinlich 'sicherer' als die Aktie einer neugegründeten chilenischen Goldminengesellschaft. Schon im letzten Beitrag erwähnt wurde außerdem die laufende Geldentwertung (Inflation): Auch sie gehört zu den Risikofaktoren, die man vermeiden oder (z.B. zugunsten der Liquididtät) in Kauf nehmen will. Der Haken: Wie überall hat Sicherheit auch hier ihren Preis - die bombensichere Anlage bringt keine hohe Rendite.
Beispiele für beruhigend sichere Anlagen: Sparkonto*, Sparbrief*, alle Bundeswertpapiere*
Liquidität hängt zum einen wie gesagt mit der Verfügbarkeit des Kapitals zusammen. Optimal liquide ist damit das Girokonto, weil man das Geld jederzeit abheben kann. Zum anderen ist die Liquidität auch von den speziellen Risiken der Anlage abhängig: Bei Aktien* ist ebenso wie bei brasilianischen Anleihen* ein Verkauf zwar jederzeit möglich - trotzdem aber mitten in einem Börsencrash oder zur Zeit einer Währungskrise kaum attraktiv. Sehr liquide sind diese Papiere daher nicht. Der Haken: Mit liquiden Anlagen ist kein Geld zu verdienen; man muss auf eine ordentliche Rendite verzichten. Deshalb ist es ratsam, nur beim Notgroschen (vgl. letzter Beitrag) auf Liquidität zu achten.
Beispiele für relativ liquide Anlagen: Sparkonto*, Termingeld*, Geldmarktfonds*
Fazit: Die optimal sichere, rentable und liquide Geldvermehrmöglichkeit gibt es nicht - aber man kann für die eigenen Bedürfnisse und Neigungen geeignete Anlageformen innerhalb des 'magischen Dreiecks' intelligent kombinieren.
Fortsetzung folgt!
Sparen für Nervöse: Sichere Anlagen für den Notgroschen
Erster Teil: Spareinlagen und Sparpläne
von Sylvia C. Löhken, DAAD-Büro Tokyo
Die Deutschen sind in Sachen Geld trotz aller Aktientips in Hochglanzmagazinen alles andere als Abenteurer: Im internationalen Vergleich gehören sie (wie die Japaner übrigens auch) zu den besonders sicherheitsbewussten Anlegern: Der größte Teil des zurückgelegten Geldes steckt in Spareinlagen und Lebensversicherungen*, aber auch Sparbriefe* und Termineinlagen* sind beliebt.
Die Banken sind mit diesem Stand der Dinge mehr als zufrieden, denn sie kommen für ziemlich wenig Geld (sprich: Zinskosten) an Kapitaleinlagen, die sie in Form von Krediten wesentlich teurer weiterverleihen können - der Unterschied zwischen den Spar- und den Kreditzinsen sorgt für saftige Gewinne. Zum Nachrechnen: Ein Kreditinstitut, das im Moment 2 % Zinsen zahlt, gewährt Ratenkredite gegen einen Zinssatz von 9,5 % (dazu kommen noch Bearbeitungsgebühren von 2 %).
Liebe sicherheitsbewusste Anlegerinnen und Anleger, ich will damit nicht sagen, dass Sparbücher nur etwas für Dummköpfe sind: Sie können im Rahmen einer vernünftigen Anlagestrategie ihren Platz haben. Aber zunächst die Fakten:
Das Sparbuch heißt hochoffiziell Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Der Kontoinhaber muss, wenn er Geld abheben will, den gewünschten Betrag entweder drei Monate vor dem Abheben kündigen oder aber für den 'ungekündigten' Zeitraum Vorschusszinsen bezahlen (im Moment um die 2,5 %). Bis zu 3.000 DM pro Kalendermonat kann man allerdings sofort mit nach Hause nehmen (vgl. dazu auch den Beitrag Vermögensplanung I). Die Vorteile des Sparbuchs liegen wie gesagt in seiner hohen Sicherheit. Außerdem kostet es nichts, ist bequem und angenehm übersichtlich: Sogar Kinder lassen sich dazu bewegen, ihre Groschen auf ein Sparkonto zu legen.
Die Kehrseite der Medaille: Das Sparbuch ist die Anlageform, die die wenigsten Zinsen bringt. Die meisten Banken und Sparkassen zahlen zur Zeit nicht viel mehr als zwei Prozent pro Jahr, die auf Dauer nicht einmal den normalen Geldwertverlust ausgleichen - das angelegte Geld sinkt also mit den Jahren trotz der Zinsen im Wert.
Wie kann man nun das Sparbuch sinnvoll nutzen?
Seine Vorteile machen es ganz klar zu einem geeigneten Parkplatz für den Notgroschen (vgl. wieder den Beitrag Vermögensplanung I). Allerdings will der gescheite Anleger auch beim Notgroschen kein Geld verschenken: Es lohnt sich deshalb immer zu vergleichen, was die verschiedenen Kreditinstitute an Zinsen zahlen (über das Internet auch von Japan aus kein Problem). Als Faustregel gilt: Kleinere Banken zahlen oft mehr als größere. Fühlen Sie sich keineswegs an Ihr 'Heimatinstitut' gebunden, aber sorgen Sie dafür, dass Sie, wenn Sie den Notgroschen einmal brauchen sollten, auch an Ihr Geld herankommen (z.B. per Telebanking-Überweisung* oder über verfügungsberechtigte Vertrauenspersonen in Deutschland).
In Sachen Sparbuch noch ein Tip: Wer ein Sparbuch auflösen möchte, muss für diesen 'Service' oft Gebühren bezahlen. Die kann man umgehen, indem man das Konto leerräumt, nur die gesetzliche Mindesteinlage von 1 DM auf dem Buch lässt und selbiges einfach in der Schublade begräbt.
Den Banken schwant seit einiger Zeit, dass sie mit dem traditionellen Sparbuch auf die Dauer nicht mehr so viel Erfolg haben werden wie bisher. Da aber gerade das Sparbuch wie gesagt für billiges Kapital sorgt, bietet man abgewandelte Sparformen an, die den ertragsbewussten Sparer locken sollen. Je nach Bank gibt es für diese Sparbuchvarianten werbewirksame Bezeichnungen, aber beim näheren Hinsehen lassen sich grundsätzlich zwei Prinzipien unterscheiden:
1. Wer einen runden Betrag (meistens ab 3.000 oder 5.000 DM) auf ein Sparkonto legen will, kann höhere Zinsen bekommen (Bezeichnungen: Kapitalsparen, Sparbuch plus u.a.). Üblich sind Staffelzinssätze wie die folgenden:
Für die ersten 5.000 DM bekommt man 2,5 %, die nächsten 5.001 DM bis 10.000 DM erzielen 3 %, ab 10.001 DM zahlt die Bank 3,25 %, usw.
Achtung: Manche Kreditinstitute verlangen für die höheren Zinssätze, dass man das Geld auf eine bestimmte Dauer festlegt, ohne dass man wie beim 'normalen' Sparbuch pro Monat an die besagten 3.000 DM herankommt. Man muss also vorher kündigen oder Vorschusszinsen zahlen. Daher gilt: Sicherheitshalber immer danach fragen, ob und wie lange das Geld fest angelegt bleiben muss. Der höhere Anlagebetrag sollte der Bank Anreiz genug sein, höhere Zinsen zu zahlen!
Wenn Sie das Geld nicht zusätzlich festlegen müssen - was Sie beim Notgroschen unbedingt vermeiden sollten -, kann die Anlage durch die bessere Verzinsung allerdings so attraktiv sein wie eine Termineinlage* oder der Kauf von Anteilen in einem Geldmarktfonds*.
2. Wer bereit ist, Geld festzulegen oder in regelmäßigen Raten zu sparen, kann am Ende der vereinbarten Laufzeit zusätzlich zu den (normal mageren) Zinsen einen Bonus bekommen (Bezeichnungen: Prämiensparen, Zielsparen, Bonussparen u.a.). Dieser Bonus hebt die Durchschnittsverzinsung an, und weil er meistens erst am Ende einer vereinbarten Laufzeit gezahlt wird, soll der Sparer dazu angeregt werden, das Geld auf dem Sparbuch zu lassen bzw. regelmäßig zu vermehren. Ein Ratensparvertrag mit Bonus kann für solche Sparer günstig sein, die regelmäßig kleine Beträge ansparen und so zu einem Notgroschen kommen wollen. Ansonsten sparen besonders gern ältere Damen für ihre Enkelkinder auf diese Weise...
Achten Sie auf die folgenden Punkte: Der Bonus wird in fast allen Fällen nur für die angesparten Beträge, nicht aber auf die Zinsen berechnet, die die Bank zahlt. Das lässt die tatsächliche jährliche Durchschnittsverzinsung (mit Bonus und Zinsen) niedriger ausfallen. Es ist deshalb wichtig, sich diese Durchschnittsverzinsung immer ausrechnen zu lassen: Nur so können Sie das Angebot auch mit anderen Anlageformen vergleichen! Das gilt auch dann, wenn die Bank Ihnen statt des Bonus jährlich steigende Zinsen anbietet (Bezeichnungen: Wachtumssparen, Zuwachssparen u.a.): Hier lohnt z.B. ein Vergleich mit den Bundesschatzbriefen*, die ebenfalls jährlich steigende Zinsen anbieten, kostenlos verwaltet werden und außerdem nach einem Jahr jederzeit verfügbar sind. Besonders mit der Verfügbarkeit sieht es bei den Banken meistens nicht so günstig aus.
Beide genannten Varianten haben einen Pferdefuß: Die Bank kann den Zinssatz jederzeit an die Marktgegebenheiten anpassen - Sie haben auch bei einer vereinbarten Vertragsdauer keine Garantie dafür, dass der laufende Zins so bleibt, wie er im Moment ist (na ja, er kann auch steigen, aber im Moment sieht es nicht danach aus...). Bei der Suche nach einem Platz für den Notgroschen lohnt immer auch ein Blick auf andere Anlageformen wie Geldmarktfonds* und Termineinlagen*. Zum Schluss dieses Beitrages fasse ich zunächst aber die wichtigsten Informationen in Sachen Sparbuch in einer Übersicht zusammen:
| Anlageform | für welches Anlageziel? | Vorteile | Nachteile | |
| Sparbuch | Notgroschen, Anlage kleinerer Beträge | sicher, einfach, übersichtlich; Geld ist schnell verfügbar | schlechte Verzinsung, Zahlung von Vorschusszinsen, wenn ein Betrag über 3.000 DM nicht rechtzeitig ge-kündigt wird | |
| abgewandelte Sparformen: | ||||
| 1. Kapitalsparen | Notgroschen, wenn schon ein größerer Betrag vorhanden ist | bessere Verzinsung | manchmal nur bei längerer Anlagedauer, Zinsen können jederzeit sinken | |
| 2. Bonussparen | regelmäßiges Ansparen eines Notgroschens | bessere Verzinsung durch Bonus oder jährlich steigende Zinsen, auch bei kleinen Sparraten möglich | Durchschnittsverzinsung ist meistens nicht attraktiv, wenn das Geld länger festgelegt werde muss; bei Bonuszahlung: Zinsen können jederzeit sinken. - Konditionen unbedingt mit denen von Bundesschatzbriefen vergleichen! | |
* Alle mit Stern markierten Anlageformen und Begriffe werden in künftigen Beiträgen erläutert.