Einführung - Internationale
Überweisungen von Japan aus - Krankenversicherung
in Japan
Vermögensplanung I - II
- III - Steueroase
Japan
"Wann muß ich in Japan welche Steuern zahlen?"
"Welche Art von Geldtransfer ist am günstigsten?"
"Wie versichere ich mich während meines Aufenthaltes in Japan?"
"Wie kann ich in meiner Situation am besten für später vorsorgen?"
"Kann ich von der Einführung des Euro profitieren?"
Fragen wie diese haben wir uns alle schon gestellt. Sie sind gerade dann nicht immer leicht zu beantworten - und daher umso spannender - wenn man wie wir im Ausland tätig ist: Nicht nur fallen wir in den meisten Fällen aus dem Sozialversicherungsnetz unserer Herkunftsländer, sondern es gibt auch wenig Beratungsmöglichkeiten und Ansprechpartner, die uns in unserer spezifischen Situation weiterhelfen.
Die neue Lektoren-Initiative FINANZ-AG will dazu beitragen, Informationslücken in Sachen Geld zu schließen. Sie ist als eine Arbeitsgemeinschaft gedacht, die in Selbsthilfe den Lektorinnen und Lektoren ebenso wie interessierten japanischen Kolleginnen und Kollegen Wissenswertes zum Thema Finanzen näherbringt. Da wir selbst als Lektoren arbeiten und außerdem weder Provisionen bekommen noch für eine Beraterfirma arbeiten, können wir aus einer neutralen Position Basiswissen zur Verfügung stellen, um eine Orientierung in 'money matters' zu erleichtern.
Bereits bestehende Informationsdienste und Initiativen sollen dabei genutzt werden.
Möglich sind
- ein Austausch zu allgemeinen Geldfragen im e-forum
- aktuelle Informationen auf der Lektoren-Homepage
- eine Rubrik zum Thema Geld im Lektorenrundbrief
- Beilagen in den Schreiben der DAAD-Außenstelle Tokyo
Denkbar wäre darüber hinaus auch die Erstellung einer Ratgeberbroschüre, die häufig auftretende Fragen und Probleme aufgreift.
Die neue AG soll auf dem nächsten Lektorentreffen vorgestellt werden. Kolleginnen und Kollegen, die an
einer Mitarbeit interessiert sind, melden sich bitte vorerst bei
Sylvia Löhken, DAAD-Büro Tokyo
7-5-56 Akasaka,
Minato-ku, Tokyo 107-0052
Tel.: (03) 3582-5962; Fax: (03) 3582-5554
email: daad-lekt@gmd.co.jp
Mit freundlichen Grüßen
Oliver Bayerlein, John Kluempers, Sylvia Löhken
(April 98)
John Kluempers, Tokyo
Als ausländische Lehrkraft wird man meistens in einheimischer Währung bezahlt, in unserem Fall in
Yen. Das heißt aber nicht, dass die Verbindung mit der Heimat völlig abgebrochen ist. Einige behalten
ihre Wohnsitze in Deutschland und müssen deshalb verschiedene Posten (u.a. Miete, Strom/Wasser/Gas, Versicherungen)
bezahlen. Was auch immer der Grund sein mag, Summen nach Deutschland überweisen zu müssen: Die Aktion
kann tief ins Taschengeld hineingreifen. Was tun? Banken stehen da natürlich gern zu Diensten. Damit gehören
auch ungewollte Kosten dazu, und zwar nicht nur von Seite der japanischen 'ginko': Auch die deutsche Bank beteiligt
sich gern großzügig daran und zweigt eine kleine Spende für ihre Mühen ab, d.h. für die
Wartung der elektronischen Geräte, die eh alles erledigen. Aber als Deutsche/r kann man diese Wucherei leicht
umgehen. Wie? Mit einem alten treuen Freund, der deutschen Post.
Internationale Überweisungen per Bank: Ein Beispiel
Warnung: Diesen Bericht schreibe ich nach Erfahrungen mit etlichen Überweisungen an eine amerikanische Bank.
Abweichungen könnte es also von deutscher Seite geben, aber die Kosten in Japan sind gleich. Mein Konto führe
ich bei der Sanwa-Bank. Aus dem Büchlein "Leitfaden" (sehr empfehlenswert, beim IKOI-Verlag erschienen)
habe ich erfahren,
dass die Sanwa eine der günstigsten Banken ist, wenn man Geld ins Ausland überweist. Außerdem wichtig:
Ob man dort ein Konto führt oder nicht, ist letztendlich egal. Man wendet sich an das Personal in der internationalen
Währungsabteilung.
Betrag Sanwa-Bank:
alle Summen 4.500 ¥ (per Telegraph/Telex - seit Juli hat man keine Wahl mehr, bei Sanwa die Überweisung
über die Post zu schicken, was früher günstigerweise 2500 ¥ gekostet hat)
Sollte man es eilig haben, kann man den Betrag telegraphisch/per Telex senden, dafür zahlt man ein paar tausend
Yen Zuschlag. Nach Los Angeles war das Geld über die Post ca. 7 Tage auf dem Weg. Gar nicht schlecht, wenn
man in Betracht zieht, dass eine Übermittlungsbank in New York mit dabei war. Dieser lange Umweg hat jedoch
etwas gekostet: $12. Nach Deutschland büßt man auch einige Mark ein, aber dieser Betrag ist unterschiedlich
hoch, je nachdem, ob die japanische Bank in Verbindung
mit der deutschen steht oder nicht. Nach einzelnen Gebühren muss man sich leider selbst erkundigen.
Man kann sich etwas Zeit und relativ viel Geld ersparen, indem man zur Post geht (längere Öffnungszeiten
und ziemlich kompetent).
Die Postüberweisung, oder: Wie ich gelernt habe, mir keine Sorgen mehr zu machen und den Postboten lieb zu haben
Die Post bietet die billigste Methode, Ihr Geld ins Ausland verschwinden, äh, schicken zu lassen. Die Gebühren
sind vom
Überweisungsbetrag abhängig (siehe Tabelle).
Es gibt verschiedene Arten, kleine Vermögen nach Deutschland (oder anderen Ländern mit Postbanken) zu
versenden: Scheck an die Postadresse des Empfängers, Scheck auf das Konto des Empfängers sowie Überweisung
von einem japanischen auf ein deutsches Postgirokonto.
|
Betrag |
Einzahlung am Schalter |
Überweisung vom eigenen Postkonto |
||
| An die Postadresse des Empfängers | Auf ein Konto des Empfängers | An die Postadresse des Empfängers | Auf ein Konto des Empfängers | |
| bis 100.000 ¥ | 1000 ¥ | 700 ¥ | ---- | 400 ¥ |
| bis 200.000 ¥ | 1500 ¥ | 1500 ¥ | ---- | 400 ¥ |
| bis 500.000 ¥ | 2000 ¥ | 1500 ¥ | ---- | 400 ¥ |
Für jede weiteren 500.000 ¥ kommen bei der Einzahlung 500 ¥ hinzu. In Eilfällen kann man auch
Überweisungen per Telegramm (+4.400 ¥) oder per Telex (+1.000 ¥) ausstellen lassen. Ein Konto-zu-Konto
Telex-Transfer kostet 1.000 ¥ mehr.
Lehre: Man ist gut beraten, ein Postkonto daheim zu eröffnen, um die hartverdienten Yen sorgenfrei und preiswert
in DM (später: EURO) umwandeln können. Ein japanisches Postgirokonto zu eröffnen, ist auch keine
schlechte Idee, weil die Zinsen (wenn man sie so nennen kann) etwas höher sind.
(Sept. 98)
von Michael Haas, Tsukuba
Bekannterweise sind japanische Krankenversicherungen nicht billig - oder sie sind nur im ersten Jahr günstig,
da die Beiträge in Japan nach dem Einkommen im Vorjahr berechnet werden.
Eine Alternative sind langfristige Krankenversicherungen, die man von Deutschland aus abschließen kann. Ich
bin zur Zeit bei der DKV versichert. Die Beiträge, die altersabhängig sind, liegen ziemlich günstig,
wobei das erste Jahr am billigsten ist. Insgesamt kann man fünf Jahre (normal für Auslandskrankenversicherungen
(AKVs)) versichert bleiben. Die Mindestdauer beträgt je nach Versicherung zwischen drei Monaten und einem
Jahr. Danach kann man zu einer anderen AKV wechseln. Die DKV übernimmt normalerweise keine Leistungen für
Behandlungen in Deutschland. Allerdings wird, so der Vertragstext "bei Unterbrechungen des Auslandsaufenthalts
(wird) der Versicherungsschutz auf Deutschland für akut eintretende Versicherungsfälle, längstens
für 3 Monate, ausgedehnt." Bei Abschluß der Versicherung muss man noch in Deutschland gemeldet
sein; allerdings scheint niemand nachzuprüfen, ob man tatsächlich einen Wohnsitz in Deutschland hat.
Die Abwicklung von Zahlungen oder Korrespondenz muß über ein deutsches Konto bzw. über eine Kontaktadresse
in Deutschland laufen (normal für AKVs). Nach dem Abschluss der Versicherung erhält man eine englischsprachige
Police (certificate), mit der man z.B. beim Antritt eines Krankenhausaufenthaltes eine Krankenversicherung nachweisen
kann. Ich bezweifle aber, dass einem die Police bei nichtakuten Fällen das Bezahlen eines Vorschusses erspart.
Persönlich habe ich damit keine Erfahrung - es gibt allerdings einen Notruf-Service, der offenbar "schnell
und unbürokratisch Kostenzusagen an Krankenhäuser" gibt. Man schickt die Rechnungen oder Zahlungsbelege
an die Versicherung (Kopie behalten!) und fügt am besten eine kurze Erklärung auf Deutsch hinzu. Ambulante
und ausgelegte Arztkosten werden von der Versicherung auf ein Konto in Deutschland zum jeweiligen Umtauschkurs
in DM (und bald in EURO) erstattet. Die Beitragsstaffelung der DKV (FAX: 0221/578 4004) sieht zur Zeit so aus:
| Eintrittsalter | Männer | Frauen | ||
| im Ausland (ohne USA) | im 1. Jahr | ab dem 2. Jahr | im 1. Jahr | ab dem 2. Jahr |
| 0-19 Jahre | 31,33 | 72,04 | 31,33 | 72,04 |
| 20-29 Jahre | 31,33 | 72,04 | 44,92 | 143,78 |
| 30-49 Jahre | 31,33 | 109,81 | 44,92 | 213,96 |
| 50-69 Jahre | 31,33 | 185,92 | 44,92 | 253,11 |